Steckbrief #2

Verkehrsleitung und Kampagne Verflechtungsbereich

Ausgangslage des Projekts

In den nächsten Jahren stehen im Kärntner Autobahnnetz mehrere Sanierungsbaustellen in kritischen Bereichen wie Knoten und Tunneln an. Schon heute ist das Netz zu Ferien- und Reiseverkehrsspitzen überlastet, wodurch es zu Staubildung und Ausweichverkehr auf dem untergeordneten Straßennetz kommt. Neben baulichen Engpässen bereiten vor allem Verhaltensmuster der Verkehrsteilnehmenden (z. B. zu frühes Einordnen, abruptes Bremsen, Missverständnisse beim Reißverschlussverfahren) große Probleme.

Relevanz

Das Projekt liefert eine umfassende Grundlage, um Verkehrsorganisation, Kommunikation und Verhaltenssteuerung im Verflechtungsbereich Kärntens systematisch zu verbessern. Damit unterstützt es das Land Kärnten, die ASFINAG und das BMIMI bei der Vorbereitung auf eine Vielzahl komplexer Baustellensituationen und trägt wesentlich zu mehr Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Akzeptanz bei.

Zentrale Zielsetzung des Projekts

Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln, die:

  • einen stabilen Verkehrsfluss in Baustellenbereichen ermöglichen,
  • kooperatives Verhalten der Verkehrsteilnehmer:innen fördern
  • und eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Land Kärnten, ASFINAG und weiteren Stellen fördern.

Dazu wurden sowohl technische Maßnahmen der Verkehrsleitung als auch Kommunikationsstrategien und Grundlagen für Kampagnen zur Verhaltenssteuerung erarbeitet.

Zentrale Projektaktivitäten

  • Umfassende Literatur- & Regelwerksrecherche zu Verkehrsorganisation, Leistungsfähigkeit & Kommunikation
  • Neun Expert:inneninterviews (ASFINAG, Verwaltung, Forschung, Kommunikation)
  • Iterative fachliche Abstimmung und Verdichtung der Ergebnisse
  • Empfehlungen zu Verkehrsführung, Kommunikation, Medienarbeit und Governance
  • Integration relevanter Erkenntnisse aus dem Projekt „Abfahrtssperren“

Erlangte Kernerkenntnisse aus dem Projekt

  • Die größten Probleme entstehen weniger durch die bauliche Situation – sondern durch menschliches Verhalten.
  • Empfohlene Maßnahmen für die Verkehrsleitung:
    • Stufenweise Geschwindigkeitsreduktionen
    • Harmonisierte Fahrstreifen-Geschwindigkeiten
    • Deutliche Beschilderung („Noch nicht einordnen“, „Erst in 400 m einordnen“ etc.)
    • Gezielte Unterstützung des Reißverschlusssystems (Bodenmarkierungen, Infoanzeigen, punktuelles Geschwindigkeitsfeedback etc.)
  • Erfolgreiche Kommunikation muss einfach, visuell, frühzeitig und wiederholt sein.
  • Kampagnen sollten wenige, klare Kernbotschaften vermitteln – etwa später einordnen, kooperativ fahren, Sicherheit erhöhen.
  • Eine hohe Wirksamkeit erfordert enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen: Land Kärnten, ASFINAG, Medien, Einsatzorganisationen und weitere.

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